Eile mit Weile vs. Eile, eile
Abreißen oder gefressen werden――.
Es könnte eine Serie spannender Angriffs- und Verteidigungsszenen werden. Am kommenden Wochenende, Sa., 12.03., findet im Ajinomoto Stadium das Spiel „FC Tokyo vs Sanfrecce Hiroshima“ statt. Ein Gegner, der im Gegensatz zu Albert Tokyo steht. Die Teamstruktur ist grundlegend verschieden.
Tokios Ansatz ist ‚Eile mit Weile‘.
Hiroshimas Ansatz ist ‚Eile um jeden Preis‘.
Die Haltung der beiden ist nahezu gegensätzlich. Nicht nur Tokio, auch Hiroshima hat in dieser Saison einen neuen Trainer eingesetzt und eine grundlegende Umstellung des Spielmodells vorgenommen. Schnell. Einfach nur schnell. Sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung.
Die Lebensader ist die Transition, die seit dem Trainingslager verfeinert wurde. Der Wechsel vom Angriff zur Verteidigung und von der Verteidigung zum Angriff. Dabei übernimmt man die Initiative und plant, mit einem scharfen schnellen Angriff sofort zuzuschlagen. Es ist ein Spielstil, der den Gegner mit hohem Tempo in Angriff und Verteidigung förmlich verschlingt.
Diese neue Ausrichtung ist ein großer Trend im modernen deutschen Fußball. Es handelt sich um intensiven Fußball, wie ihn die herausragenden Trainer Jürgen Klopp (Trainer von Liverpool) und der Professor Ralph Rangnick (Trainer von Manchester United) geprägt haben. Der neue deutsche Trainer von Hiroshima, Michael SKIBBE, ist ein treuer Anhänger dieses Stils.

Wahrscheinlich ist das größte Highlight Tokios geschicktes Ballbesitzspiel, bei dem die Pässe von hinten heraus gespielt werden, und der intensive Pressingdruck Hiroshimas, der versucht, dieses zu zerstören. Die eingangs gestellte Frage, ob man den Ball abziehen oder gefressen werden soll, bezieht sich genau auf dieses Angriff-gegen-Verteidigung-Duell.
Hiroshimas gefährliches Pressing besteht aus zwei Arten: dem Gegenpressing, das auf die sofortige Rückeroberung des verlorenen Balls abzielt, und dem Hochpressing, bei dem man tief in die gegnerische Hälfte eindringt und den Spielaufbau des Angreifers von Grund auf unterbindet. Für Ersteres ist die deutsche Bezeichnung „Gegenpressing“ wohl am verständlichsten.
Für Tokio könnte der letztere Punkt problematischer sein. Besonders in den ersten 15 Minuten, wenn Hiroshima mit Vollgas startet, ist Vorsicht geboten. Ein Fehler in der Risikobewertung kann eine Falle sein, die sofort nach Ballverlust zu einem Gegentor führt.
Der Schlüssel liegt bei den vier Verteidigern und dem Pivot (Anker), die den Spielaufbau steuern. Takuya AOKI, der im letzten Spiel gegen Cerezo Osaka, in dem die erste Saisonsieg errungen wurde, nach zwei Verwarnungen vom Platz gestellt wurde, ist gesperrt. Die Leistung von „Mr. X“, der stattdessen den Pivot übernimmt, wird ein wichtiger Fokus sein. Ohne seine Arbeit ist es kaum möglich, dem Pressing zu entkommen.
Anders ausgedrückt: Je nachdem, wie sich der Pivot bewegt, kann Tokio die Oberhand gewinnen. Wenn man das letzte Spiel gegen Vissel Kobe, das 1:1 endete, betrachtet, gibt es Schwachstellen in Hiroshimas Deckung des Pivots. Es ist unklar, wer den Pivot beim Pressing von vorne fangen soll. Tatsächlich kam die Kontrolle gegen Sergi SAMPER von Kobe oft zu spät, sodass es viele Situationen gab, in denen der Aufbaupunkt nicht erfolgreich gestört wurde.
Allerdings ist der Pressing von Hiroshima schnell und scharf. Sie scheuen auch nicht den zweiten Anlauf, während die hinteren Reihen synchron mit den Bewegungen der vorderen Linie ein engmaschiges Netz spannen. Und sobald sie den Ball erobern, spielen sie ohne Verzögerung einen vertikalen Pass und starten einen schnellen Gegenangriff, sodass keine Nachlässigkeit oder Lücke erlaubt ist.
Tokios neues Aushängeschild ist das Positionsspiel, doch es dauert eine angemessene Zeit, bis jeder seine richtige Position einnimmt. Bevor das geschieht, will Hiroshima mit schnellem Pressing den Gegner zermürben – das ist ihre Spielweise. Dieser Kampf um „Ort und Zeit“ wird den Ausgang dieses Spiels maßgeblich beeinflussen.
Falls Hiroshima seine Taktik zur Sperrung des Pivots anpasst, besteht die Möglichkeit, dass sie sich auf ein "gleichstarkes Pressing" konzentrieren, bei dem die Spieler in der Nähe des Balls mannorientiert gedeckt werden. So war es auch im zweiten Spieltag (1:1) gegen Hokkaido Consadole Sapporo.
Was wird Tokyo in diesem Fall tun? Natürlich hängt es von der Situation ab, aber der Einsatz von langen Bällen könnte ein entscheidender Punkt sein. Das Ziel ist hinter der Abseitslinie, und zwar hinter den Wingbacks. Kobe hat dort lange Bälle gespielt, um eine Basis zu schaffen und das erste Tor zu erzielen. Damit haben sie die vorwärtsdrängende und druckvolle Spielweise Hiroshimas zu ihrem Vorteil genutzt.
Es wäre interessant, diagonale Pässe von den Innenverteidigern zu den außen positionierten Flügelspielern zu spielen. Im Spiel gegen C Osaka gab es eine Szene, in der Yasuki KIMOTO aus der letzten Reihe einen scharfen diagonalen Pass zu Adailton spielte, der auf der linken Außenbahn wartete, und so einen schnellen Angriff einleitete. Unabhängig von der Position, auf der sie eingesetzt werden, besitzt auch Masato MORISHIGE die Fähigkeit, hochwertige lange Bälle zu spielen. Damit möchte man Adailton sowie Kazuya KONNO, der im Spiel gegen C Osaka das wertvolle Siegtor erzielte, und den Speedstar Kensuke NAGAI, also die breiten Empfänger (außen), optimal einsetzen.

Allerdings ist übermäßiger Gebrauch genau das, was Hiroshima erwartet. Lange Bälle erreichen nicht immer hundertprozentig die Mitspieler. In den meisten Fällen, einschließlich der abgeprallten Bälle, werden sie von der Verteidigung erobert. Bei dieser Wiederholung entsteht nicht der von Albert Pobor beabsichtigte Angriffsrythmus. Ob man den Ball passen oder schlagen soll – diese Einschätzung wird entscheidend sein.
Wie dem auch sei, ein kontrastreiches Bild: Tokio, das den Ball hält, und Hiroshima, das die Rückeroberung plant. Doch in diesem Spiel verbirgt sich auch ein nicht zu übersehendes Nebenthema. Die sofortige Rückeroberung des verlorenen Balls. Nicht Hiroshima, sondern Tokio ist hier gemeint.
Der Weg nach vorne mag unterschiedlich sein, doch die Vorgehensweise in der Defensive ist dieselbe. Schneller Umschaltmoment, intensiver Kampf um den Ball und das konsequente Einsammeln von Abprallern. Auch für Albert Pobor Tokio ist eine hochintensive Verteidigung die Lebensader.
Während sie von hinten Pässe spielen und tief in die gegnerische Hälfte vordringen, versuchen sie bei Ballverlust sofort die Rückeroberung und gehen erneut in den Angriff über. Diese einseitige Angriffsstrategie, bei der dem Gegner keine Konterchance gegeben wird, ist das Ziel von Trainer Albert. So großartig der Angriff auch sein mag, ohne eine solide Verteidigung kann es nicht funktionieren.
Auch Tokio ist eine Truppe, die mit Gegenpressing bewaffnet ist. Angeführt von Shuto ABE im Mittelfeld gibt es eine Reihe von Spielern, die ein intensives Pressing anwenden. Besonders vielversprechend ist Kuryu MATSUKI, ein Neuling, der sich einen Platz im Mittelfeld erkämpft hat und seit dem Eröffnungsspiel in der Startelf steht. Seine Stärke liegt nicht nur in Technik und Offensivinstinkt, sondern auch darin, als Vorhut des Pressings glänzend zu agieren.

Das war auch im Spiel gegen C Osaka so. Aus Matsukis scharfem Pressing entstanden immer wieder Chancen. Er ist stark im Zweikampf und schafft es, den Ball selbst gegen erfahrene Gegner sicher zu erobern – das ist beeindruckend. Auch in diesem Spiel gegen Hiroshima wird er zweifellos eine Schlüsselfigur für Tokio sein, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive.
Auf der anderen Seite verfügt auch Hiroshima in der zweiten Reihe (Shadow) über einen Hauptakteur: Tsukasa MORISHIMA. Seine Bewegungen sind unberechenbar und grenzenlos. Im Angriff agiert er als Empfänger zwischen den Linien, der vertikale Pässe herauszieht, in der Defensive hingegen als Vorreiter des Pressings und agiert dabei brillant. Wenn man ihn frei spielen lässt, kann das fatal sein. Ein Spiel, bei dem man die Leistungen von Matsuki und MORISHIMA gleichermaßen nicht aus den Augen verlieren darf.

Beide Teams haben gerade erst versucht, ein neues Spielmodell zu implementieren. Es ist ein Aufeinandertreffen in der Mitte der Entwicklung. Welche Farbe wird dabei stärker hervortreten? Aufbau gegen hohen Druck, Ballbesitz gegen Konter, Positionsspiel gegen Übergangsspiel, Matsuki gegen Morishima... Von der taktischen Ebene bis zum Duell der Hauptakteure gibt es unzählige Highlights. Wird man abziehen oder gefressen? Der erbitterte Kampf zwischen zwei gegensätzlichen Teams beginnt bald.
Text von Satoshi Hōjō (Fußballautor)
<3. Spieltag FC Tokyo vs Cerezo Osaka Highlights>
<3. Spieltag Sanfrecce Hiroshima vs Vissel Kobe Highlights>

